VT 1
Stil und Komfort auf schmaler Spur
Triebwagen VT1
Wie alle Schmalspurbahnen war auch die BKB nicht auf Rosen gebettet, auch wenn der stets lukrative Zimtverkehr die Bilanzen immer so weit oben hielt, dass die berühmte "schwarze Null" in zumindest greifbarer Reichweite blieb.
Trotzdem steckte man natürlich gerade in der wirtschaftlich schwierigen Zeit der 30er Jahre den Kopf nicht in den Sand und versuchte, den Betrieb effizienter zu gestalten. In den Tagesrandlagen und auf den generell weniger frequentierten Strecken wie der Bahdetalbahn von Myhla-Lydenscheid nach Dogda-Klöbna würde einer der damals von vielen Waggonfabriken neu ins Programm genommenen Triebwagen sich sicher innerhalb kürzester Zeit amortisieren.
Die Wahl fiel auf einen zweiachsigen Triebwagen der Dessauer Waggonfabrik, der sich bei den Meterspurbahnen im Harz und in Mittelbaden schon hervorragend bewährt hatte. So wurde tatsächlich 1934 der erste Triebwagen der BKB, folgerichtig VT1 genannt, fabrikneu angeliefert. Zwar machten die im Schienenfahrzeugbereich selten anzutreffenden Trommelbremsen des Fahrzeuges der Werkstatt manchmal Kopfzerbrechen, aber im Großen und Ganzen bewährte sich der Triebwagen gut. In den 50er Jahren tauschte man den arg asthmatischen 4-Zylinder-65-PS-Diesel der Mercedes-Baureihe OM 65 gegen einen deutlich stärkeren Sechszylinder (OM 67) aus, was eine Nutzung als Schlepptriebwagen ermöglichte.
Im Inneren besticht der VT durch seine hochwertige Einrichtung mit Federkernsitzen und Verkleidungen aus Zitterpappelholz, die so raffiniert angefertigt wurden, dass sie die Vibrationen des Triebwagens durch Interferenz nahezu auslöschen.
In den 1960er Jahren richtete die BKB dann nach den guten Erfahrungen mit dem "fliegenden Bessunger" den "Fünf-Täler-Schnellverkehr" ein. In diesem Dienst bewährte sich der Triebwagen ausgezeichnet.
Zum Modell
Der VT 1 gehört zur von Tillig in unterschiedlichsten Varianten angebotenen Reihe der Dessauer, ausgehend vom VT 1 der HSB.
Er ist ein modernes Modell mit guten Fahreigenschaften und einfach digitalisierbar. Lediglich das Öffnen des Modells zu diesem Zweck gestaltet sich etwas fummelig, auch hat man an Kabellänge gespart, was dazu führt, dass öfters mal ein Kabel nach Öffnen des Gehäuses neu angelötet werden muss.
Der VT ist bei der Bessunger Kreisbahn mit einem Uhlenbrock-Decoder mit SUSI-Soundmodul ausgestattet.